Entwicklung

Der Dämpfer als Paket im Gesamtfahrzeug

Bilstein entwickelt seit mehr als 50 Jahren erfolgreich Dämpfer, die im Motorsport zum Einsatz kommen. Die Grundaufgabe ist dabei nach wie vor die gleiche: Der Dämpfer soll die Schwingungen der gefederten und ungefederten Massen schnell abklingen lassen. Im Motorsport ist das Entwicklungsziel einen möglichst stabilen Kontakt zwischen dem Rad und der Rennstrecke herzustellen. Je weniger sich die Radlast beim Überfahren einer Unebenheit verändert, desto größer ist das mögliche Potential an diesem Rad Kräfte zu übertragen. In diesem Zusammenhang spricht man davon, dass die Radlastschwankungen minimiert werden. Die Rennfahrzeuge und die Reifen haben sich über die Jahre jedoch entscheidend verändert und stellen die Ingenieure von Bilstein immer wieder vor neue Aufgaben.

Zunehmender Aerodynamischer Einfluss

Wurde das Handling eines Tourenwagens lange Zeit fast ausschließlich durch die Dämpfer und das Fahrwerk beeinflusst, so spielen heute auch die Aerodynamik und das Reifensetup eine immer größer werdende Rolle. Um diese Bereiche zu unterstützen, hat Bilstein in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte erarbeitet.

Der Unterboden sorgt an einem modernen Renntourenwagen für einen erheblichen Anteil des aerodynamischen Abtriebs, speziell an der Vorderachse. Dabei spielt der Abstand zwischen der vorderen Unterbodenplatte und der Fahrbahn eine entscheidende Rolle, denn nur in einem bestimmten Bereich des Bodenabstands wird ein maximaler Abtrieb erzeugt. Ein Verlassen des optimalen Bereiches führt zu unerwünschten Schwingungen an der Vorderachse und damit zu einem Verlust an Radlast und zu enormen Schwankungen der Radlast. In Zusammenarbeit mit den Fahrzeug-Ingenieuren der Teams ist es die Aufgabe der Bilstein-Ingenieure über ein passendes Dämpfer-Setup den, durch den Unterboden generierten, Abtrieb zu optimieren.

Reifen als entscheidener Faktor

Moderne Rennreifen erzeugen wahlweise ihren maximalen Grip für eine schnelle Runde oder rund 90 bis 95 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit über eine längere Distanz. Primär werden die Eigenschaften von der Reifentemperatur und dem daraus resultierenden Luftdruck bestimmt. Dank individueller Einstellmöglichkeiten der Bilstein-Stoßdämpfer, kann auch über das Fahrwerk Einfluss auf die Reifenparameter genommen werden. Der Reifen absorbiert, genau wie der Dämpfer Schläge, die vom Fahrbahnbelag ausgehen. Je genauer und differenzierter sich ein Dämpfer justieren lässt, desto mehr Spielraum bleibt den Reifentechnikern beim Setup.

Um die maximale Leistung für Fahrwerk, Aerodynamik und Reifen entsprechend umzusetzen, hat Bilstein das Modulare-Dämpfer-System (MDS) mit einer sogenannten Two-Way-Inline-Verstellung entwickelt. Hierbei ist die Druck- und Zugstufe manuell über zwei Verstellräder in zehn nummerierten Positionen einstellbar.